-essentials of insight meditation practice-

die praxis der einsichtsmeditation

A. Die fünf Hemmungen (nīvaraa) - zuerst die Zusammenfassung:

1. Sinnesbegehren (kāmachanda) kann vertrieben werden durch:

•  Es als ungünstigen Gegenstand der Meditation betrachten.
•  Die Entfaltung von jhāna mit dem Gedanken an ein sinnlich ungünstiges Objekt.
•  Überwachter Zustand der Kontrollfähigkeiten
•  Maßhalten beim Essen  
•  Mitgefühl und Unterstützung guter Menschen in ihren Bemühungen.
•  Anregende  Gespräche,  die  bei  der  Bewältigung  des  betreffenden Objektes helfen.

2. Übelwollen (vyāpāda) kann vertrieben werden durch:

•  Praktizieren von Liebender-Güte-Meditation.
•  Die Entfaltung von jhāna mit dem Gedanken an liebende Güte.
•  Betrachtung darüber, dass jemandes Taten Eigentum von ihm sind.
•  Der Reichtum der weisen Betrachtung.
•  Freundliche und hilfreiche Freundschaft mit guten Menschen.
•  Anregende Gespräche, die bei der Entwicklung von liebender Güte helfen.

3.  Mattigkeit  und  Müdigkeit  (thīna-middha)  können  vertrieben  werden durch:

•  Sehen, dass Mattigkeit und Müdigkeit durch zu viel Essen hervorgerufen  wird  oder  von  Gefräßigkeit  (das  bedeutet  Maßhalten  beim Essen)
•  Das komplette Ändern der Körperhaltung.
•  Betrachtung über die Wahrnehmung von Licht.
•  Stehen im Freien.
•  Freundliche und hilfreiche Freundschaft mit guten Menschen.
•  Anregende  Gespräche,  die  bei  der  Vertreibung  von Mattigkeit und Müdigkeit helfen.

Die acht Wege, die durch Maha Moggalana aufgezeigt wurden:

1.  Vergesst den Gedanken an Schläfrigkeit.
2.  Denkt über den dhamma nach.
3.  Rezitiert den dhamma.
4.  Zieht an euren Ohrläppchen und massiert oder reibt eure Glieder mit den Händen.
5.  Steht  auf,  wascht  und  reibt  eure  Augen  mit  Wasser,  schaut  in  die Ferne, den Himmel oder auf die Sterne.
6.  Reflektiert über Gedanken von Licht.
7.  Fixiert eure Gedanken an das Ende der Glieder
8.  Wenn  all  diese  sieben  Wege  versagen,  schlaft.  Seid  bewusst  des Momentes vom Aufwachen und beim Aufwachen steht schnell auf und denkt dabei, dass man sich selbst nicht die Bequemlichkeit des Niederliegens und der Schwäche vergeben wird.

4.  Unruhe  und  Sorgen  (uddhacca  kukkucha)  können  vertrieben  werden durch:

•  Das Kennen der Schriften
•  Befragung zur Praxis im Orden.
•  Das Verstehen der Disziplinarregeln
•  Verbindung mit solchen, die erfahrener in der Praxis und der Tugend sind als man selbst
•  Freundliche und hilfreiche Freundschaft mit guten Menschen.
•  Anregende  Gespräche,  die  helfen  bei  der  Vertreibung  von  Unruhe und Sorgen.

5. Skeptischer Zweifel (vicikicchā) kann vertrieben werden durch:

•  Bewandert sein in der Lehre
•  Nachforschungen  über  den  Buddha,  die  Lehre  und  den  heiligen Orden anstellen.
•  Gründlich die Natur der Disziplin verstehen.
•  Entschieden sein (im Vertrauen) über die Wahrheit der drei Kleinodien.
•  Freundliche und hilfreiche Freundschaft mit guten Menschen.
•  Anregende  Gespräche,  die  helfen  bei  der  Vertreibung  von  skeptischem Zweifel.

Zusätzlich  zeigt  die  Lehrrede  über  Gedankenformen  (vitakka  santhena sutta)  verschiedene  Wege  um  unreine  und  unmoralische  Gedanken  zu überwinden.

•  Die  Überwindung  eines  unmoralischen  Gedankens  durch  einen moralischen. (Dies ist ein Prozess des Ersetzens oder der Substitution.  Dies  kann  man  effektiv  mit  einem  reinen  Gedanken  machen, dessen Natur der besonderen Befleckung gegenübersteht.)
•  Durch  Erkennen  der  Gefahr  durch  den  unmoralischen  Gedanken, durch Kontemplation über die Gefahr solch übler Gedanken.
•  Durch das Ignorieren dieser üblen Gedanken und durch Vergessen werden sie verschwinden.
•  Durch Ändern der Funktion und Form des Gedankens.
•  Durch Unterwerfen und ihrer Bezwingung durch reine Willenskraft.


A. Die fünf Hemmungen (nīvaraa)
In den ersten paar Tagen eines intensiven Retreats oder der anfänglichen
Meditationsphase,  werden  die  Anfänger  die  Hemmungen  in  ihrer  vollen
Stärke erleben.
Diese  Hemmungen  sind  geistige  Befleckungen.  Sie  werden  in  fünf
Gruppen eingeteilt:

1. Kāmachanda    – Sinnesbegehren
2. Vyāpāda     – Übelwollen
3. Thīna-midha    – Mattigkeit und Müdigkeit
4. Uddhacca kukkucca  – Unruhe und Sorgen
5. Vicikicchā    – skeptischer Zweifel

Diese  Hemmungen  müssen  eine  Zeit  lang  überwunden  werden,  damit die „Rechte Konzentration“ stark genug wird um als Einsichtsbasis zu fungieren. Diese anfänglich angetroffene Schwierigkeit ist normal, da man am Anfang noch nicht so viel Achtsamkeit hat. Man muss sich auch erst an die sehr harte Übung während des Retreats gewöhnen. Die anfängliche Phase ist eine kritische Periode, da den Hemmungen nicht erlaubt werden darf zu lange  im  Geist  zu  verbleiben,  speziell  zu  Zeiten,  wenn  sich  die  Konzentration  aufbaut.  Wir  müssen  sehr  vorsichtig  sein  keine  falsche  Konzentration zu bekommen. Es ist deshalb dringend notwendig, dass die Meditierenden, die die Methode noch nicht richtig erfasst haben, geduldig sind und sich nicht antreiben. Dies wird ihnen helfen sich von den Hemmungen zu befreien. Der sicherste Weg ist, der Achtsamkeit zu erlauben sich mit einem Minimum an Stress zu entwickeln.

Wenn  die  Hemmungen  auftauchen,  gibt  es  zwei  Methoden,  die  eingesetzt werden können um sie zu überwinden:

1. Vipassanā-Methoden
a)  Die Achtsamkeit wird auf die betreffende Hemmung gerichtet
b)  Die Achtsamkeit wird auf andere Objekte als die Hemmung gerichtet

2. Nicht-Vipassanā-Methoden
a)  Entwicklung des gegenteiligen heilsamen geistigen Zustandes
b)  Andere Methoden, z. B. Bedingungen erzeugen, die zu reinen geistigen Zuständen führen.

Sinnesbegehren (kāmachanda)
Sinnesbegehren ist Verlangen hinsichtlich der Anhaftung am Vergnügen an  den  fünf  Sinnesobjekten  und  den  mit  ihnen  verbundenen  Gedanken bezüglich ihrer Schönheit, Wonne etc.
Wir  wurden  in  eine  Welt  geboren,  die  diese  Sinne  und  Sinnesobjekte genießt  und  daran  Vergnügen  findet.  Farbenfrohe  Bilder,  zauberhafte Musik,  verführerische  Parfüms,  leckeres  Essen,  angenehm  weiche  Berührungen  und  fantasievolle,  sinnliche  Gedanken.  Es  ist  wahr,  dass  sie  mit einem gewissen Grad an Vergnügen und Freude einhergehen. Aber sie sind sehr flüchtig und wir müssen teuer für sie bezahlen. Diese Hemmung wird mit  einer  Schuld  verglichen.  Da  wir  diese  Sinnesobjekte  wollen,  müssen wir ihretwegen und dem kurzen Moment des Vergnügens viel vorher und nachher  Leiden.  Außerdem  ist  der  kurze  Moment  des  Vergnügens  selbst
nicht freudvoll. Aufregend vielleicht, aber nicht wirklich friedvoll.
Sinnesbegehren kann klar gesehen werden, wenn man es beim Erscheinen notiert. Während eines Retreats beachtet man die Sittenregeln etc. Gewisse  Attraktionen  und  Ablenkungen  werden  dadurch  auf  ein  Minimum reduziert.  Aber  Sinnesbegehren  kann  noch  für  jemanden,  der  herumschauen, hören und sprechen will, auftauchen. Wir müssen darauf wirklich sehr achtsam sein, indem wir „Begehren“ oder „Anhaften“ in dem Moment notieren,  wenn  es  erscheint.  Wenn  wir  dies  tun,  sollten  wir  uns  sehr sicher sein, dass wir den mentalen Zustand achtsam notieren und nicht das  begehrliche  Objekt.  Wir  müssen  unsere  Achtsamkeit  auch  so  stark und kontinuierlich wie möglich machen, da die Anwesenheit eines Sinnes begehrens  selbst  anzeigt,  dass  der  Geist  schwach  ist.  Wir  müssen  auch sicherstellen, dass wir das Sinnesbegehren mit Loslösung notieren, da wir sonst ohne unser Wissen wieder in die Anhaftung hineingleiten. Wenn wir dies können, werden wir feststellen, das Anhaften oder Sinnesbegehren eine Sache und das angenehme, begleitende Gefühl eine andere Sache ist. Das angenehme Gefühl, das nur einen kurzen Moment andauert und dann vergeht, erzeugt einen erhebenden Mantel der Begeisterung und legt ihn über den  leidenden  Zustand  der  Anhaftung,  der  diesen  geistigen  Zustand  beherrscht. Wenn ihr dieses Sinnesbegehren, dessen spezifische Eigenschaft Anhaften am Objekt ist, achtsam betrachten könnt, werdet ihr es nicht nur als  unbefriedigend  ansehen,  sondern  auch  als  tatsächliches  Leiden.  Es  ist ein hungriger Zustand, es wird mit einem Hungergeist verglichen. Es ist ein brennender Zustand. „Es gibt kein so starkes Feuer wie Begierde“ sagt ein Sprichwort.
Wenn wir achtsam sind, wird das entstandene Sinnesbegehren bald aufhören. Der Grund dafür ist, dass Sinnesbegehren und Achtsamkeit nicht zur gleichen Zeit existieren können. Ein anderer Grund ist, dass wir seine wahre Natur erkennen können. Das Problem ist, dass wir manchmal noch an sinnlichen Vergnügen hängen. Aber wenn wir rechtes Verstehen haben und uns entschließen,  die  Leidenschaft  zu  überwinden  und  in  ihr  keine  Sekunde länger  zu  schwelgen,  können  wir uns von ihr befreien.

Die Methode, die geistigen Hemmungen direkt zu beobachten, dient deshalb zwei Zielen:

1.  Den Geist von den Befleckungen zu läutern.
2.  Die  wahre  Natur  der  Hemmungen  bezüglich  der  drei  universellen
Daseinsmerkmale  (Unbeständigkeit,  Unzulänglichkeit  und  Nicht-Selbst) zu verstehen.

Das  direkte  Beobachten  des  Sinnesbegehrens  enthüllt  auch  andere Dinge, die wir dadurch überwinden können. Zum Beispiel können wir Bedingungen  sehen,  die  viele  verschiedene  Formen  des  Begehrens  verursachen,  Bedingungen,  die  sie  erhalten  und  Bedingungen,  die  sie  auflösen.
Eine  der  Hauptbedingungen  für  ihr  Entstehen  ist  die  Anwesenheit  eines attraktiven Objekts. So hilft Achtsamkeit auf die sechs Sinne sehr stark bei der Prävention und bei der Überwindung des Sinnesbegehrens. Nur wenn wir nicht achtsam auf die attraktiven Objekte an den Sinnestoren sind, entsteht Anhaften. Deshalb hilft es sehr, falls Sinnesbegehren entsteht, dass wir „Sehen, Hören, Schmecken“ etc. notieren. Wir werden dann auch wissen, dass das, was Begehren oder Vergnügen repräsentiert, in Wirklichkeit unbeständig, unzulänglich und Nicht-Selbst ist.
Es  gibt  Momente,  wo  das  attraktive  Objekt dominiert.  In  solchen Momenten  kann  es  besser  sein,  dass  wir  es  willentlich  ignorieren  und unsere Aufmerksamkeit auf ein anderes Objekt, das kein Anhaften, sondern Achtsamkeit verursacht, lenken. Ein Beispiel dafür ist, wenn ein Meditierender  angenehme  Zustände  des  Geistes  erfährt.  Indem er sie beobachtet, könnte er nach einiger Zeit an ihnen anhaften. Deshalb wird dem Meditierenden geraten - falls es nicht weggeht oder sich beruhigt, sondern stärker als zuvor da bleibt - auf ein weniger attraktives Objekt, wie „Heben“ und „Senken“ der Bauchdecke oder auf die „Sitzen-“ und „Berühren-“ Empfindung zu wechseln.
Diese Methode des Ignorierens kann man auch im hier folgenden, ziemlich humorvollen Rat vom Buddha an Ananda bezüglich des Verhaltens der
Mönche gegenüber Frauen antreffen:

„Wie sollten wir uns gegenüber den Frauen benehmen?“
„Als würden wir sie nicht sehen, Ananda.“
„Aber wenn wir sie sehen sollten, was machen wir dann?“
„Nicht sprechen, Ananda.“
„Aber wenn sie zu uns sprechen, Herr, was machen wir dann?“
„Wachsam sein, Ananda.“

Mahaparinibbāna sutta

Methoden  um  Sinnesbegehren  zu  überwinden,  die  keine  Vipassanā-
Methoden  sind,  sind  Meditationen  mit  Konzepten  als  Objekte.  Zum  Bei-
spiel  beim  Entwickeln  des  entgegengesetzten  geistigen  Zustandes  (zu
Sinnesbegehren), kann man asubha bhāvanā machen. Das ist die Medita-
tion über die Widerlichkeit des Körpers. Wenn es zu überwindende Lust auf
den Körper ist, kann man die Betrachtung der 32 Teile des Körpers oder die
Leichenbetrachtung etc. machen. Wenn es Gier nach Essen ist, gibt es die
Entwicklung der Widerlichkeit der Nahrung. Genauso können wir auch die
Widerlichkeit und Gefahr des Anhaftens an anderen Objekten betrachten.
Wie man diese Betrachtungen ausführt, ist aber nicht weiter Inhalt dieses
Buches.
Andere Nicht-Vipassanā-Wege, die mit dem Sinnesbegehren kämpfen,
sind  die  13  asketischen  Übungen  der  Mönche.  Zum  Beispiel  mag  ein
Mönch darunter diejenige auswählen, in der er nur drei Roben besitzt. Eine
Praxis,  die  hinsichtlich  der  Kleidung  zur  Zufriedenheit  führt.  Hausleute  
können auch einen gewissen Grad an Askese praktizieren. Wir können uns
auch mit Zufriedenheit verbinden und uns von der Gier abwenden.
Diese  letztgenannten  Methoden,  die  Konzentration  auf  ein  konzep-
tionelles  Objekt  beinhalten,  werden  unter  Samatha-Meditationen  klassi-
fiziert. In welchem Masse wir uns mit ihnen auseinander setzen, hängt von
unserem  individuellen  Temperament  ab.  Normalerweise  ist  es  nicht  notwendig  sehr  lang  in  solchen  Betrachtungen  zu  verweilen  um  die  Hemmungen  zu  überwinden  und  zur  Vipassanā-Meditation  zurückzukehren.
Wenn wir jedoch mehr Zeit mit ihnen verbringen, wird sich die Konzentration erhöhen und dies benötigt weitere Fertigkeiten im Umgang mit dem Geist. Hier liegt auch die Grenze zwischen jemandem, der reine Vipassanā-Meditation  praktiziert  und  jemandem,  der  Ruhe  als  Meditationsbasis  entwickelt. Wenn jemand eine solche starke Ruhebasis entwickeln will, dann wird die ganze anfängliche Anstrengung auf die Ruhepraxis gerichtet. Aber für einen Hausmann, der nicht so viel Zeit übrig hat, ist es nicht schwer zu verstehen, warum er das reine vipassanā wählen muss.

Übelwollen (vyāpāda)
Die zweite Hemmung „Übelwollen“ gehört zu den zornigen Zuständen des  Geistes.  Es  ist  ein  gewalttätiger  Zustand,  der  das  Gedeihen  und  das Glück von einem selbst und anderen zerstören will. Er erscheint in vielen Formen und ist wegen seiner groben Natur und wegen dem unangenehmen Gefühl, mit dem er daherkommt, leichter zu erkennen als Sinnesbegehren.
Wie bei allen Befleckungen ist es leichter sie zu überwinden, wenn sie früh erkannt werden. Wir notieren achtsam „Zorn, Zorn“ oder „Angst“ „Eifersucht“,  in  welcher  Form  das  Übelwollen  auch  erscheinen  mag.  Während des Notierens sollte man so ruhig wie möglich bleiben. Wenn man achtsam auf  den  Zorn  ist,  ist  es  wie  das  Fahren  auf  einer  gewundenen  schlechten Straße  mit  vielen  Schlaglöchern  und  Steinen.  Man  muss  sehr  wachsam, vorsichtig  und  stabil  sein.  Es  ist  wie  als  wenn  sich  ein Meditierender inmitten  von  gewalttätigen  im  Streit  liegenden  Gruppen  befindet,  um  ihre Differenzen zu lösen. Man muss ruhig bleiben, aber nicht so lax, dass man von beiden Seiten gehauen wird.
Wenn wir achtsam auf die Eigenschaft des Zornes - das ist die Grausamkeit oder das Verletztenwollen ihrer Objekte - sein können, werden wir sehen, dass es ein sehr unbefriedigender Zustand des Geistes ist. Dennoch halten die Leute, die Hass oder Reue erdulden, an diesen widrigen geistigen Zuständen fest, ohne gewillt zu sein sie gehen zu lassen. Zorn ist niemals gerecht. Das Erkennen seiner wahren Natur bringt einen dazu ihn wie eine heiße Kartoffel fallen zu lassen.
Man sollte den Zorn solange, bis er gänzlich verschwindet, auch losgelöst  vom  Ich-Konzept,  dem  „Mein“  etc.  ,  beobachten.  Wenn  der  Zorn immer noch da ist, muss man andere Maßnahmen oder Taktiken, wie den Geist auf ein anderes Objekt lenken, anwenden.
Eine der Hauptbedingungen für das Entstehen von Ärger ist das abstoßende Objekt. Ein normales abstoßendes Objekt, auf das der Meditierende stößt, ist Schmerz. Physische schmerzhafte Empfindungen sind oft Objekte  der  Vipassanā-Meditation.  Schließlich  ist  Schmerz  oder  dukkha  eines  der drei  allgemeinen  Daseinsmerkmale  der  Existenz,  die  verstanden  werden müssen. Mein burmesischer Lehrer benutzte die Beobachtung des Schmerzes  um  Meditierende  zu  heroischen  Anstrengungen  zu  ermutigen.  Ein anderer Lehrer nannte den Schmerz den guten Freund des Meditierenden.
Nicht wichtig, wie wir ihn betrachten, wir müssen geduldig sein, wenn wir ihn beobachten. Die meisten der unangenehmen Objekte, die wir im Alltag antreffen,  können  leicht  mit  Achtsamkeit,  indem  wir  uns  anstrengen  sie beim Entstehen zu notieren, behandelt werden. Jedoch gibt es auch andere Momente,  in  denen  wir  andere  Methoden  benutzen  müssen,  da  unsere Achtsamkeit  und  Einsicht  noch  nicht  reif  genug  ist.  Abhängig  von  der Natur  des  Übelwollens,  kann  der  gegenteilige  geistige  Zustand  wachgerüttelt werden. Zur Einfachheit können wir vyāpāda in drei Kategorien einteilen:

1. Übelwollen gegenüber Lebewesen
2. Traurigkeit, Kummer und Jammer
3. Angst

Übelwollen gegenüber Lebewesen
Es mag verschiedene Gründe geben, warum eine Person einer anderen übel  will.  Aber  keiner  von  ihnen  ist  gerechtfertigt.  Diese  Emotionen  des Übelwollens können so stark werden, dass man sogar überlegt seinen Feind zu  töten.  Die  Entwicklung  der  Wohnstätten  der  Götter  (brahmaviharas) können helfen das Übelwollen zu überwinden. Das ist in diesem Fall die Liebende-Güte-Meditation,  die  den  Zorn  und  Hass  gegenüber  den  Lebe- wesen überwindet. Es gibt auch die Entwicklung von Mitgefühl gegenüber den leidenden Lebewesen, die die Grausamkeit überwindet, die Meditation der  Mitfreude  gegenüber  allen  glücklichen  Lebewesen  oder  die  Entwicklung von Gleichmut. Neben dem Überwinden der Hemmungen und der Erzielung  zur  Konzentration,  gibt  es  noch  andere  vielfältige  Vorteile,  die durch die Praxis dieser Meditationen gewonnen werden können.

Traurigkeit, Kummer und Jammer
Dies sind unglückliche geistige Zustände, die normalerweise durch ein Ereignis  der  Trennung  oder  des  Verlustes  von  etwas  uns  sehr  Nahestehendem  hervorgebracht  werden.  Dies  kann  Eigentum  betreffen  oder  geliebte Personen. Je tiefer und stärker die Anhaftung, desto schmerzhafter ist es, wenn die Zeit der Trennung kommt. Die Entwicklung von Gleichmut hilft uns diese Sorgen zu beschwichtigen. Hier reflektieren wir über kamma und seine Resultate in Bezug zu uns selbst und anderen. Wir können auch über das letztendlich kommende Alter, die Krankheit und den Tod reflektieren. Die Achtsamkeit, wenn man mit solch Kontemplationen beschäftigt ist, muss sehr losgelöst sein.  

Angst
Wir fürchten das Unbekannte, Geister, Verrückte, Höhen, Krankheiten etc. Es gibt einen großen Bereich an Phobien und Paranoia, unter denen die Leute  leiden  können.  Angst  wird  durch  Panik,  Zittern  und  Verwirrung charakterisiert. Achtsamkeit, die damit beschäftigt ist die Angst zu notieren, sollte  sehr  fest  sein,  damit  sie  den  zitternden  Geist  für  eine  ausreichend lange Zeit stillhalten kann. Vertrauen und Mut sind auch hilfreich. Wenn jemand ganz verloren ist, kann man schnell die Betrachtung der Vorzüge der drei Kleinodien (Buddha, dhamma, sangha) aufgreifen. Häufige Erinnerung daran ruft zusätzlich auch noch eine Menge Freude hervor.
Mit was für anderen unterstützenden Bedingungen kann man das Übelwollen  überwinden?  Das  Meditationshandbuch  „Der  Weg  zur  Reinheit“ (visuddhi magga) empfiehlt angenehmes Wetter, angenehme Behausungen, angenehme  Bedingungen  zur  Nahrungssuche,  angenehme  Menschen,  angenehme  Körperhaltungen  und  noch  Weiteres  für  das  hassvolle  Temperament.

Mattigkeit und Müdigkeit (thīna-middha) Thīna  bezieht  sich  auf  die  Schwerfälligkeit  und  Unwilligkeit  des Geistes. Es ist wie jemand, der sich weigert sich zu bewegen, seine Arbeit zu  tun  oder  sich  weigert  in  der  Meditation  achtsam  zu  notieren.  Middha bezieht  sich  auf  dieselben  Bedingungen  bei  den  mentalen  Faktoren (cetasika). Der schwere und bewölkte Geist wickele den Meditierenden in einen solchen Zustand ein, verschleiert ihn, bis er das schließlich wegdöst und einschläft.
Diese Zwei entstehen zusammen und machen einen ziemlich schwach. Wie ein kranker Mann, der nicht lange sitzen und gerade laufen kann. Diese „geistige  Müdigkeit“  muss  von  physischer  Müdigkeit  unterschieden werden.  Aus  Erfahrung  hat  sich  gezeigt,  dass  für  eine  normalgesunde Person während eines intensiven Retreats vier Stunden Schlaf ausreichend für  den  Körper  sind,  um  sich  von  der  körperlichen  Ermüdung  (durch  die Meditation  am  Tage)  zu  erholen.  Natürlich  mögen  einige  damit  nicht übereinstimmen, insbesondere da erzählt wird, dass ein Mensch mindestens sieben  oder  acht  Stunden  Schlaf  braucht.  Ich  denke,  das  gilt  nicht  für normale, gesunde Meditierende. Aber ich bin bereit zuzustimmen, dass der Körper  Ruhe  haben  muss  (trotz  der  Tatsache,  dass  einige  begeisterte Meditierende  es  gerne  auch  ohne  tun  würden),  speziell,  wenn  die  Praxis noch nicht tief genug ist um für längere Zeit in der Vertiefung zu bleiben.
Wir  müssen  lernen  die  Schläfrigkeit  sofort  zu  notieren,  wenn  sie  entsteht. Oft sind wir nicht achtsam auf sie, bis wir von ihr ungünstig beeinflusst werden. Mattigkeit und Müdigkeit tragen zu einem schwachen, verschwommenen,  stillen  und  trüben  Geisteszustand  bei.  Deshalb  müssen einige Fertigkeiten entwickelt werden um sie zu überwinden. Untenstehend sind einige Punkte aufgelistet, derer man sich erinnern sollte, während man Mattigkeit und Müdigkeit bemerkt:  

1. Scharfe Wahrnehmung ihrer Charakteristiken Hier  kann  man  nicht  mit  reinem  Achtsamsein  zufrieden  sein.  Man  sollte scharf und präzise die Natur der Schläfrigkeit notieren. Es ist ein schwer- fälliger,  schläfriger  und  schwerer  Geisteszustand.  Nur  indem  man  seine spezifischen  Eigenschaften  notiert,  kann  man  später  seine  allgemeinen Eigenschaften  (d. h.  das  Vergehen  und  auch  die  anderen  zwei  Daseinsmerkmale) erkennen.

2. Energisches Notieren Energie und Anstrengung sind das Gegenteil von Mattigkeit und Müdigkeit. Energie kann durch Folgendes entwickelt werden:

a) Betrachtung der Vorzüge der drei Kleinodien und der energiegeladenen Anstrengung des Buddha und seiner Schüler sich selbst anzuregen. Betrachtung  über  die  Gefahr  der  Mattigkeit  (wie  das  Geborenwerden  in  den jammervollen Zuständen) und die Vorteile der Energie.

b)  Einen  starken  Entschluss  fassen,  energiegeladen  zu  notieren  um  diese Hemmung zu überwinden. Die wachgerüttelte Energie sollte leicht sein und ausgeglichen fließen.

c)  Verstärktes  Gedankenfassen  (Mit  dem  Geist  das  Objekt  fassen).  Dies kann  durch  eine  erhöhte  Anzahl  von  kontinuierlichen  Notierungen  ohne Unterbrechung mit schnellem Tempo hervorgebracht werden. Solche Notierungen  können  besonders  effektiv  sein,  wenn  sie  auf  klare  und  grobe Objekte  wie  Schmerz  oder  die  Berührungspunkte  angewandt  werden. Beispielsweise  kann  man  die  Berührungspunkte,  drei  oder  mehr,  in  einer systematischen rhythmischen Art notieren um die Schwungkraft der Achtsamkeit zu erhöhen. Wenn die Schläfrigkeit bestehen bleibt, kann man aufstehen  und  Gehmeditation  mit  einem  erhöhtem  aber  klaren  Schritttempo machen.

Stehmeditation wurde oft für Meditierende empfohlen, die sich häufig mit dem schwierigen Kampf der Schläfrigkeit plagen. Es hat sich als sehr effektiv  herausgestellt,  da  eine  Menge  Energie  benötigt  wird,  um  die Meditation während des Stehens aufrechtzuerhalten.
Andere  Methoden  als  vipassanā  zum  Überwinden  der  Mattigkeit  beinhalten  die  Entwicklung  der  Wahrnehmung  von  Licht.  Die  Natur  des Lichts ist hell und ausdehnend, das Gegenteil von Mattigkeit und Müdigkeit.  Diese  Praxis  betrifft  die  Kasina-Meditationen.  Meditieren  in  einem hellen  offenen  Raum  ist  auch  hilfreich.  Auch  das  Denken  und Rezitieren des  dhamma  stimuliert  den  Geist.  Angemessene  Gespräche  fallen  auch unter  diese  Methode.  Dann  gibt  es  noch  das  Gesicht  oder  die  Hände waschen und rubbeln und an den Ohren ziehen. Das ist auch zu einem gewissen Grade effektiv. Wenn alles versagt, wenden einige Meditierende das Sitzen in einer sehr unangenehmen Stellung an um Schmerz hervorzurufen. Das mag sich entsetzlich anhören, aber es ist nicht so schlecht wie bei denjenigen,  denen  geraten  wurde,  auf  Kanten,  vor  Klippen  oder  Löchern  zu meditieren. Die Möglichkeit des Herunterfallens kann ja nicht ausgeschlossen werden.

Unruhe und Sorgen (uddhacca-kukkucca)
Uddhacca bedeutet Unruhe und kukkucca Sorgen. Sie beziehen sich auf einen turbulenten und genervten Geisteszustand, der wegen aller möglichen Dinge in alle Richtungen rennt. Der Meditierende wird verwirrt und ist unfähig sich zu beruhigen und seine Achtsamkeitsarbeit durchzuführen. Dieser  Zustand  tritt  bei  Anfängern  auf,  wenn  sie  sich  nicht  ihres wandernden  Geistes  bewusst  sind.  Sie  sollten  sich  deshalb  klar  machen, dass,  sobald  ihr  Geist  wandert,  sie  das  so  schnell  wie  möglich  notieren müssen. Da ihre Achtsamkeit noch nicht so scharf ist, müssen sie „Denken“ oder  „Wandern“  so  lange  notieren,  bis  es  aufhört.  Noch  einmal,  dem Denken  etc.  darf  nicht  erlaubt  werden  länger  als  eine  oder zwei Minuten lang anzudauern. Wenn das Denken oder Wandern bestehen bleibt, sollte man seinen Geist auf das Primärobjekt zurückzwingen. Wenn man in der Lage  ist  die  Hemmung  gut  zu  beobachten,  wird  man  auch  die  verschiedenen  Arten  der  Unruhe  verstehen.  Wie  sie  durch  ihre  Bedingungen  entstehen, wie sie vorankommen und wie sie vergehen.
Wenn man den unruhigen denkenden Geist beobachtet, meint man zuerst  oft,  dass  es  dafür  keine  Ursache  gibt.  Aber  bei  näherer  Betrachtung kann  man  erkennen,  dass  die  Unruhe  häufig  um  ein  paar  ungeordnete Problempunkte  kreist.  Es  ist  wie  ein  oder  zwei  ins  Wasser  geworfene Steine.  Durch  sie  entstehen  eine  Menge  Wellen  und  kleinere  Störungen. Wir sollten hier einige der Ursachen für diese Hemmung herausfinden. Häufig  kommt  sie  in  Form  von  hartnäckigen  Gewissensbissen  und Ärger  über  getane  und  ungetane Dinge vor. Tatsächlich sind eine Menge dieser Dinge nicht sehr wichtig und können beiseite gelegt werden. Es wird immer  Probleme  oder  zu  lösende  Dinge  geben,  die  in  dieser  Welt  getan werden müssen. Wenn wir die nötigen Schritte unternommen haben, ist all das, was wir tun können, warten. Kummer und Sorgen werden sicher nicht helfen. Aber Achtsamkeit wird helfen.
Wenn die Unruhe durch besondere Probleme oder Angelegenheiten verursacht  wird,  ist  es  ratsam,  vor  ihr  auf  der  Hut  zu  sein.  Das  ist  wie  das Setzen von rotem Alarm um einen wildgewordenen Täter zu finden. Wenn wir ihn fangen und bezwingen können, dann ist das Problem gelöst. Solche Unruhe kann mehrmals in der Minute auftauchen, aber immer, wenn sie es tut, wird sie notiert. Mit der Zeit verliert sie ihre Stärke und verschwindet. Diese Methode kann auch auf eine hartnäckige Gewohnheit oder zum Ein- stimmen des Geistes angewandt werden.
Hartnäckige Arten von Unruhe können auch durch lang anhaltende Störungen  an  den  fünf  Sinnestoren,  wie  kontinuierliche  Geräusche  oder Schmerz,  entstehen.  Daraus  resultiert,  dass  man  unfähig  ist  das  primäre Meditationsobjekt  wie  das  „Heben“  und  „Senken“  zu  notieren.  Dieses Problem  trifft  diejenigen  mit  „eckiger“  Achtsamkeit  eher  als  solche  mit „runder“. Das sind Leute, die rigide und unflexibel sind und auch solche,   die davon besessen sind auf dem Objekt lange zu verbleiben. So eine Unruhe kann auch entstehen, wenn das Primärobjekt sehr fein und schwierig zu notieren ist, wenn es sich unerwartet verändert oder sich ein unerwartetes  interferierendes  Objekt  einmischt.  Das  Resultat  ist,  dass  der  Geist durcheinander ist und unzufrieden wird. Unruhe ist dann das Endergebnis. Deshalb sollte man achtsam und kontinuierlich notieren. Die Achtsamkeit sollte  flexibel  genug  sein  die  Objekte  angemessen  zu  wechseln,  wenn  es notwendig ist. Das Vipassanā-Objekt ist ein sich veränderndes Objekt. Es beinhaltet  auch  Unzufriedenheit.  Es  benimmt  sich  nicht  so  und  erscheint auch nicht so, wie wir es uns wünschen. Seid bereit dafür.
Ein anderer Grund für das Erscheinen der Unruhe ist, wenn die Fähigkeiten des Geistes nicht ausbalanciert sind. Wenn es z. B. zu viel Energie gibt und der Geist dadurch zu aktiv wird. Die Energiefähigkeit ist dann im Überschuss.  Auch  übermäßiges  Vertrauen  kann  uns  zu  diesem  Zustand führen. In diesem Fall ist das Entspannen der Energie wichtig. „Last but not least“ könnte man in der Lage sein, die Wurzel, durch die die Unruhe entsteht, zu entdecken. Es gibt diese drei üblen Wurzeln, Gier, Hass und Verblendung, die - sofern sie genau notiert werden - verschwinden. Es ist allerdings schwieriger für die Praxis, da die drei Wurzeln beim Entstehen nicht gleich erkennbar sind. Gier, Hass oder Verblendung, die die Unruhe verursachen, mögen noch da sein, obwohl das aktive Denken schon aufgehört hat. Man sollte das alles achtsam beobachten, bis es vollständig aufhört. Dann wird der Geist frei von der Hemmung sein. Wenn er abrupt von  Unruhe  und  Sorgen  befreit  ist,  erfährt  der  Geist  etwas  wie  eine  unerwarteten „Angriff“ der Ruhe. Ähnlich ist es, wenn er von Mattigkeit und Müdigkeit befreit ist. Es ist, als ob dunkle Wolken sich verteilt haben und die helle Sonne wieder scheint. Wenn wir jedoch Spuren der Hemmungen zurücklassen, laden wir sie nur zum Wiederkehren ein. Das schnelle Jäten macht einen frischen klaren Grund, der auch noch besser als zuvor ist. Wie man sieht, ist die ganze Sache der Unruhe sehr kompliziert, da alle Befleckungen  beteiligt  sein  können.  Nur  durch  wirklich  kontinuierliche Achtsamkeit  kann  sie  ausreichend  abgewehrt  werden.  

Zusammengefasst gehen wir diese Hemmung so an:

1.  Notieren „Denken, Denken“, bis sie verschwindet
2.  Wenn  sie  mehr  als  ein  bis  zwei  Minuten  bleibt,  ignoriert  sie  und
bringt den Geist auf das Primärobjekt.
3.  Wenn die Hemmung immer noch da ist, versucht die Natur der Un-
ruhe zu identifizieren und zwar in der Weise, dass ihr versucht die
Ursache, die üble Wurzel, herauszufinden und entsprechend mit ihr
umgeht. Das heißt durch mehr Notieren.

Manchmal kommt ein Meditierender und fragt: „Ich denke der Geist ist völlig verrückt. Manchmal denkt er wirklich schreckliche Dinge, auch über meinen Lehrer und den Buddha. Das ist sehr schlechtes mentales kamma.
„Warum entsteht das und wie kann ich damit umgehen?“ Es entsteht durch die Befleckungen. Um sie zu behandeln, muss man zuerst die Natur der Befleckungen erkennen und dann die angemessenen Mittel einsetzen.
Es gibt auch andere Mittel störende Gedanken wie diese zu beseitigen.
Diese werden ausführlich in der Lehrreden über Gedankenformen oder dem SatipaSShāna-Sutta behandelt. Einige dieser Mittel sind:
Korrekter Umgang und Gespräche mit hilfreichen und freundlichen Gefährten, die rechte Ansicht erworben haben, die Gefahr der Unruhe und die Vorteile der Konzentration etc. betrachten. Als letzter Ausweg wird in der Lehrrede  über  Gedankenformen  geraten,  den  Geist  mit  dem  Geist  zu  bekämpfen.  „Mit  zusammengepressten  Zähnen,  mit  der  Zunge  gegen  den Gaumen gepresst. Wenn er so widersteht, dann herrscht der Geist über den Geist. Diese üblen Gedanken verbunden mit Gier, Hass und Verblendung wird man auf die Art los und sie kommen so zu ihrem Ende“ Indem man sie los wird, wird der Geist stetig, beruhigt sich und ist einspitzig konzentriert.

Skeptischer Zweifel (vicikicchā)
Vicikicchā,  die  fünfte  Hemmung,  bezieht  sich  auf  den  verwirrten  und perplexen Zustand des Geistes, der einen skeptisch und ungläubig gegenüber dem, was wahr ist (in diesem Fall die drei Kleinodien), macht. Man sollte  dies  jedoch  von  einem  gesunden  Zweifel,  wie  er  im  kalama  sutta (Anzweifeln,  was  angezweifelt  werden  sollte)  beschrieben  wird,  unterscheiden. Das Letztere ist in Wirklichkeit die Fähigkeit „Wissen“, die versucht den Weg zu verstehen.
Skeptischer Zweifel entsteht in einem, der über das nachdenkt, was jenseits  seiner  Fähigkeit  liegt.  Dhamma  ist  jenseits  logischem  Denkens, das auf der Stufe der Konzepte abläuft. Das Resultat ist, dass solche Leute verwirrt  und  unentschlossen  enden.  Dies  lähmt  den  ganzen  Prozess  derjenigen,  die  auf  dem  Weg  vorankommen  möchten.  Die  Methode,  die Zweifel zu notieren, hilft in den meisten Fällen. Die hartnäckigeren Zweifel können durch ein Interview mit dem Meditationslehrer geklärt werden.
Ein  echtes  Problem  entsteht  bei  Leuten,  die  mit  wenig  oder  ohne Glauben in die drei Kleinodien zum Meditieren kommen, ohne den vollen Zweck, die Praxis und die Natur des dhammas richtig verstanden zu haben.
Richtiges theoretisches Verständnis entfernt zum großen Teil all diese Skeptischen  Zweifel,  wie  es  auch  für  adäquaten  Glauben  sorgt.  Dieser Glauben sorgt dafür, dass jemand in seiner Praxis lang genug durchhält und dann letztendlich durch die Vipassanā-Praxis über noch mehr Glauben verfügt.